Zum Inhalt springen

Augen auf beim Teckelkauf


Wer sich für einen Wel­pen ent­schei­det, soll­te nicht nur dem ers­ten Ein­druck oder schö­nen Fotos ver­trau­en! Ein beson­ders wich­ti­ger Punkt ist die Her­kunft des Hun­des – und damit die Fra­ge nach seriö­sen, nach­voll­zieh­ba­ren Papie­ren.

Immer wie­der wer­den Wel­pen über Klein­an­zei­gen oder Inter­net­platt­for­men ange­bo­ten, bei denen zwar die Eltern­tie­re angeb­lich über aner­kann­te Papie­re ver­fü­gen, die Wel­pen selbst jedoch kei­ne oder frag­wür­di­ge Doku­men­te erhal­ten. Zusätz­lich exis­tie­ren zahl­rei­che selbst­er­nann­te „Zucht­ver­ei­ne“ oder „Ver­bän­de“, die zwar Unter­la­gen aus­stel­len, jedoch kei­ner­lei ech­te Zucht­kon­trol­le oder Über­wa­chung gewähr­leis­ten.

Oft steht hin­ter sol­chen Ange­bo­ten nicht das Ziel einer ver­ant­wor­tungs­vol­len Hun­de­zucht, son­dern schlicht wirt­schaft­li­ches Inter­es­se. Wür­de die Gesund­heit und Wesens­fes­tig­keit der Tie­re im Vor­der­grund ste­hen, lie­ßen sich Züch­ter pro­blem­los an die Regeln eines aner­kann­ten, zucht­buch­füh­ren­den Ver­eins hal­ten – im Fal­le der Teckel also an die Vor­ga­ben des Deut­schen Teckel­klubs 1888 e.V. (DTK). Statt­des­sen wer­den bestehen­de Stan­dards bewusst umgan­gen, um ohne Kon­trol­len und mög­lichst kos­ten­güns­tig zu züch­ten.

Gera­de pro­fes­sio­nell gestal­te­te Web­sei­ten oder auf­wen­dig gepfleg­te Social-Media-Pro­fi­le ver­mit­teln dabei häu­fig einen trü­ge­ri­schen Ein­druck von Serio­si­tät.

Was hin­ter aner­kann­ten Papie­ren steckt
Damit ein Wel­pe offi­zi­el­le Papie­re des DTK erhal­ten kann, müs­sen zahl­rei­che Vor­aus­set­zun­gen erfüllt wer­den. Die­se betref­fen nicht nur die Abstam­mung, son­dern vor allem die Zucht­eig­nung der Eltern­tie­re.

Dazu gehö­ren unter ande­rem, fest­ge­leg­te Gesund­heits­un­ter­su­chun­gen, durch Zucht­rich­ter bestä­tig­te ana­to­mi­sche und gesund­heit­li­che Kri­te­ri­en und Prü­fun­gen zur Wesens­fes­tig­keit (z. B. Begleit­hun­de- oder jagd­li­che Prü­fun­gen).

Ein wei­te­rer zen­tra­ler Bestand­teil ist die soge­nann­te Wurf­ab­nah­me. Frü­hes­tens im Alter von acht Wochen wer­den die Wel­pen von einem erfah­re­nen Zucht­wart begut­ach­tet. Dabei wird geprüft, ob Auf­fäl­lig­kei­ten oder mög­li­che gesund­heit­li­che Beein­träch­ti­gun­gen vor­lie­gen.

Kon­trol­len die­nen dem Schutz der Hun­de
Im Rah­men der Wurf­ab­nah­me wird nicht nur der ein­zel­ne Wel­pe beur­teilt. Auch die gesam­te Auf­zucht­stät­te und die dort gehal­te­nen Hun­de unter­lie­gen fes­ten Regeln. Bei­spiels­wei­se dür­fen Hün­din­nen nur bis zu einem bestimm­ten Alter zur Zucht ein­ge­setzt wer­den, und zwi­schen zwei Wür­fen müs­sen defi­nier­te Erho­lungs­pha­sen ein­ge­hal­ten wer­den. Seriö­se Züch­ter müs­sen zudem ihre Sach­kun­de nach­wei­sen, geeig­ne­te Hal­tungs­be­din­gun­gen vor­hal­ten und bele­gen kön­nen, dass die Wel­pen art­ge­recht ver­sorgt wer­den.

Die­se Maß­nah­men, Prü­fun­gen und Kon­trol­len sind auf­wen­dig und ver­ur­sa­chen selbst­ver­ständ­lich Kos­ten. Sie bil­den jedoch die Grund­la­ge für eine ver­ant­wor­tungs­vol­le, qua­li­täts­ori­en­tier­te Zucht – und die­nen letzt­lich dem Wohl der Tie­re. Wer all dies umgeht, han­delt nicht im Inter­es­se der Hun­de oder der zukünf­ti­gen Besit­zer, son­dern allein aus finan­zi­el­len Moti­ven!

Trans­pa­renz ist ein wich­ti­ges Qua­li­täts­merk­mal
Als Wel­pen­in­ter­es­sent soll­te man selbst­ver­ständ­lich die Mög­lich­keit erhal­ten, die Zucht­stät­te zu besu­chen, die Mut­ter­hün­din ken­nen­zu­ler­nen und die Auf­zucht­be­din­gun­gen zu sehen. Vor­sicht ist gebo­ten, wenn Besu­che nicht erwünscht sind oder eine Über­ga­be an neu­tra­len Orten erfol­gen soll.
Wel­pen sind kei­ne Han­dels­wa­re – sie wer­den über vie­le Jah­re hin­weg Teil des eige­nen Lebens.

War­um aner­kann­te Papie­re wich­tig sind
Wel­pen mit von VDH, JGHV und FCI aner­kann­ten Papie­ren bie­ten ein hohes Maß an Sicher­heit hin­sicht­lich Her­kunft und Zucht­stan­dards. Bei Teckeln sind dies ins­be­son­de­re die Papie­re des Deut­schen Teckel­klubs (DTK). Die Ahnen­ta­fel doku­men­tiert nicht nur die Abstam­mung, son­dern bestä­tigt auch die Ein­hal­tung ver­bind­li­cher Zucht- und Qua­li­täts­kri­te­ri­en. Erläu­te­run­gen zu die­sen Ein­tra­gun­gen fin­den Sie in mei­nem “Leit­fa­den Ahnen­ta­feln”.

Der seriö­se Züch­ter als Ansprech­part­ner
Ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Züch­ter infor­miert offen über die Eltern­tie­re, vor­han­de­ne Unter­la­gen und auch über mög­li­che Beson­der­hei­ten oder fest­ge­stell­te Män­gel. Trans­pa­renz und ehr­li­che Bera­tung gehö­ren zu den wich­tigs­ten Merk­ma­len seriö­ser Zucht­ar­beit.

Zudem endet die Ver­ant­wor­tung eines guten Züch­ters kei­nes­falls mit der Über­ga­be des Wel­pen. Auch dar­über hin­aus steht er bera­tend und unter­stüt­zend zur Sei­te.

Über­le­gun­gen vor der Anschaf­fung eines Teckels
Bevor Sie sich einen Teckel anschaf­fen, soll­ten Sie eben­falls sorg­fäl­tig über­le­gen, ob ein sol­cher über­haupt in Ihren Lebens­all­tag passt! Eine “Rück­ga­be­mög­lich­keit” an den Züch­ter besteht grund­sätz­lich nicht und für die Ent­wick­lung eines Hun­de­wel­pen ist ein Wech­sel sei­ner Besit­zer, auf die er sich in den ers­ten Wochen prägt, auch nicht för­der­lich.

Ob ein Hund zu Ihnen passt, hängt von Zeit, Platz, Wohn­si­tua­ti­on, Bud­get und Ihrem Akti­vi­täts­le­vel ab. Berück­sich­ti­gen Sie All­er­gien, Kin­der und Nach­barn. Der Hund muss zu Ihrem Lebens­stil (aktiv oder gemüt­lich) pas­sen. Wel­pen erfor­dern hohe und gute Erzie­hung, was nicht zu unter­schät­zen ist. Wir als Züch­ter emp­feh­len Ihnen auf alle Fäl­le eine kon­kre­te Anlauf­adres­se mit erfah­re­nen Trai­nern, die Sie bei der Erzie­hung Ihres Teckels sorg­fäl­tig anlei­ten und bera­ten kön­nen, z.B. die­se hier.

Hier sind die wich­tigs­ten Fak­to­ren für Ihre Ent­schei­dung:

Per­sön­lich­keit: Ein Hund soll­te zu Ihrem Ener­gie­le­vel pas­sen – ein akti­ver Jagd­hund braucht anders Aus­las­tung als ein gemüt­li­cher Begleit­hund. 

Zeit & Akti­vi­tät: Ein Hund braucht täg­li­che Spa­zier­gän­ge, Beschäf­ti­gung und Auf­merk­sam­keit, oft meh­re­re Stun­den am Tag.

Lebens­si­tua­ti­on & Platz: Woh­nen Sie zur Mie­te (Erlaub­nis?), haben Sie einen Gar­ten, oder leben Sie in einer klei­nen Woh­nung? Dies begrenzt oft die Grö­ße und Ras­se.

Kos­ten: Den­ken Sie an Erst­an­schaf­fung, Fut­ter, Tier­arzt, Ver­si­che­run­gen und Hun­de­steu­er. Gera­de die Tier­arzt­kos­ten sind in den letz­ten Jah­ren stark gestie­gen, so dass sich eine Hun­de­kran­ken­ve­ri­sche­rung emp­fiehlt.

All­er­gien: Klä­ren Sie vor­ab, ob jemand im Haus­halt all­er­gisch reagiert.